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Die Woche der Erstanpassung Teil 2 (Cyborg Part 5)

Mittwoch Morgens ging es dann wieder zur Anpassung.
Natürlich erzählte ich dann auch von dem Erfolg des Hörbuch hören und auch vom missglückten Telefonat.
Zitat von mir: „hätte meine Frau damals eine solche Stimme gehabt wie gestern beim telefonieren, hätte ich sie nicht geheiratet“
Das mit dem Hörbuch erstaunte ihn dann auch ein wenig und das mit dem Telefon fand er ziemlich lustig.
Im Anschluss bastelten wir dann wieder an den Frequenzen/Elektroden herum.
So wirklich gut war das aber nickt was dabei heraus kam. Ich hatte immer irgend so ein Störgeräusch bei allen Tönen. Dieses überlagerte den eigentlichen Ton den ich hören sollte.
Ok, gibt sich vielleicht.
Im Anschluss dann wieder Hörtraining mit Frau *******. Diese war dann auch schon vom nicht heiraten wollen wegen Stimme Spruch informiert. Kurzer Smalltalk deswegen und dann die Hörübungen.
Da mir Frau ******* nicht so wirklich glauben wollte das ich beim Hörbuch fast alles verstanden habe, machten sie sogleich einen Test.
Sie hat mir eine Geschichte vorgelesen und ich musste die Sätze wiederholen. Dabei hörte ich nur mit dem CI, war von ihr abgewendet und zusätzlich hatte sie ihr Gesicht verdeckt, damit ich nicht vom Mund ablesen konnte. Bis auf ganz wenige Worte konnte ich die Sätze komplett wiederholen. Nahezu perfekt wie sie meinte. Da war nicht mehr viel mit hören üben, denn die anderen Übungen waren leicht.

Ab ging es zum Mittag essen in die Mensa. Robin habe ich verpasst und erst nach dem Essen draußen vor der Mensa getroffen. Wir sollten anschließend zusammen zum Gruppenhörtraining gehen. Da mir aber Herr Kantert, der Ingenieur über den Weg gelaufen ist, beschlossen wir noch schnell eine Anpassung der CI vorzunehmen, da mich die Störgeräusche dann doch sehr irritierten. Es war wie ein Hupen was die ganze Zeit vorhanden war.
Den Ton haben wir nicht ganz eliminieren können, war aber bedeutend besser geworden.
An der Stelle auch ein Dank an Herrn ******** der so unkompliziert noch schnell eine Anpassung vorgenommen hat. Da fühlt man sich doch gut versorgt und erst genommen bei Hörzentrum.

Dann Gruppenhörtraining.
Alle Erstanpassungspatienten war da. Jeder hat einen Empfänger bekommen mit einer Induktionsschleife. Diese legt man sich um den Hals und mit der Telefonspule im Soundprozessor wird diese induktiv gekoppelt.
Die Therapeutin, in dem Fall Frau ***********, trägt ein Mikro samt Sender. So soll sichergestellt werden, das alle gut verstehen können, egal wie weit man von ihr entfernt sitzt.
Sollte. Denn so wirklich gut funktionierte das nicht. Egal was ich am Soundprozessor einstellte, ohne Induktionsschleife habe ich sie besser verstanden. Also habe ich diese abgelegt. Robin übrigens ebenfalls.
Man macht dann verschiedene Übungen.
Bei einer zum Beispiel bekommt man ein Blatt Papier auf dem ein Gegenstand genannt ist. Diesen muss man erklären, ohne ihn zu nennen. Die anderen müssen dann den Gegenstand erraten. Ist so wie Montagsmaler ((Montagsmaler war eine Sendung im Fernsehen zwischen 1974 und 1996. Wikipedia))  ohne malen. Mitunter geht es dabei sehr lustig zu. Z.B. sollte jemand Kastanie erklären, kannte diese aber gar nicht. Also das Wort nicht. Schließlich konnte er zuvor 20 Jahre lang nicht hören. Woher soll er dann wissen was eine Kastanie ist? Als ich ihm ein Bild zeigte, kannte er den Baum und die Frucht schon, wußte nur nicht wie diese heißt.

Danach war wieder Feierabend und wie die Abende zuvor stand wieder der Spaziergang mit Robin an. wie jeden Abend berichtete ich Zuhause auch von dem was über Tag passiert ist.
IMG_1302Ach so, meine Akkus samt Ladegerät waren dann auch da und ich habe sie in der Cochear Lounge ((so sieht es da aus, sehr Nobel http://www.av-messe.de/en/projects/cochlear-servicelounge.html )) abgeholt.
Die Lounge, da möchte ich auch noch was zu schreiben. Die Herren dort sind wirklich um einen bemüht. Egal welche Frage man hat, sie geben sich größte Mühe sie zu beantworten und einem zu helfen wo es geht.

Donnerstag, diesmal schon um 8:30 Uhr Hörtraining. Diesmal Übungen am Lautsprecher mit Störschall ((Störschall ist ein Hintergrundrauschen, welches das eigentlich zu hörende verzerrt))
Naja, funktioniert nicht ganz so gut wie das Verstehen bei Ruhe, passt aber schon. Beim Hören im Störschall ist noch so kurzer Zeit mit dem CI kein Wunder zu erwarten.
Nach dem Hörtraining dann wieder Anpassung. Allzu viel wurde an dem Tag nicht verstellt, aber die Elektroden noch einmal komplett durchgemessen. Dabei wird festgestellt ab wann eine Elektrode „anspricht“ und wo das maximale Level liegt. Dadurch ergibt sich eine Kurve wie man sie vom Equalizer kennt.
Wenn man diese Kurve dann mit dem vergleicht wie die einzelnen Elektroden eingestellt sind, kann man etwaige Ungereimtheiten erkennen. Wer genau wissen will was da gemessen wird, kann zum Beispiel hier lesen (Google Übersetzte Webseite ECAP Sprachprozessor Programmierung)

Nachmittags stand dann der gemeinsame Museumsbesuch der Erstanpasser an. also diejenigen die daran teilnehmen wollen, ist nämlich keine Pflicht.
Der Besuch fand im Kestner Museum statt. Auch dort bekamen wir wieder Empfänger mit Induktionsschleifen ausgehändigt. Diesmal funktionierten sie wirklich gut. Ist schon klasse, diejenige die die Führung im Museum macht, quatscht einem direkt in den Kopf. Immer gleich laut, egal wie weit entfernt man von ihr steht. Das Thema war übrigens Design. Stühle, Sofas, Plattenspieler und so weiter. Ich hätte lieber die Mumien gesehen 😉 Ein Besuch lohnt sich aber auf alle Fälle dort. Nur so als Tipp, falls ihr mal in Hannover seit.

Am letzten Abend haben wir uns noch ein wenig in der Bar des Hotel zusammen gesetzt und gequatscht.

Freitag, letzter Tag.
Abschlusstest bei Frau Adams. Hierbei werden verschiedene sprachperzeptive Tests durchgeführt.
Hier die Ergebnisse:
Foto
Der Zahlentest und Satztest wurden mit CI und Hörgerät links nicht durchgeführt, weil viel besser als 95% bzw 96,2% eh nicht geht.
beim Satztest im Störgeräusch kann man sehr schön sehen wie stark das Verstehen gegenüber in Ruhe abfällt. Das liegt mit über 35% aber trotzdem im sehr guten Bereich für 5 Tage CI Hören.
Mit dem Ergebnis kann man mehr als Zufrieden sein.

Anschließend ging es dann noch mal zum Ingenieur und die Fernbedienung des CI hat ein paar Programme aufgespielt bekommen.
Dann noch Abschlussgespräch mit einem der Ärzte und ab ging es nach Hause 🙂

Fazit:
Es war eine tolle Woche mit netten CI-Patienten.
Im Hörzentrum habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt. wann immer man etwas hatte, jemanden braucht, es war immer einer da.
Das Hotel war auch sehr gut.
Im Februar muss ich ja wieder hin, diesmal nur einen Tag. Zur zweiten Anpassung.

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Die Woche der Erstanpassung Teil 1 (Cyborg Part 4)

Nach wochenlangem Warten konnte ich am 18. November 2013 dann wieder nach Hannover um die Erstanpassung des CI vornehmen zu lassen.
Erstanpassung bedeutet auch, das man dort den Sprachprozessor ausgehändigt bekommt.
Montagmorgen um 3:30 Uhr stand wieder das Taxi vor der Türe und es ging mit der Bahn nach Hannover.
Klappte alles ohne Probleme.
In Hannover angekommen, musste ich mich als erstes im Hotel einchecken. Da ich die integrative Versorgung der Techniker Krankenkasse habe, stand mir frei zu wählen ob ich im Krankenhaus (also der MHH) oder im Hotel die Woche verbringen möchte.
Natürlich wählte ich das Hotel (ist auch die die Krankenkasse günstiger).
Robin, mit dem ich schon in der MHH das Zimmer bei der OP teilte, war dort auch unter gebracht. Zudem noch weitere CI-Träger, die auch zur Erstanpassung da waren.
Um 10 Uhr war dann der erste Termin im Hörzentrum Hannover.
Ich bekam dort meinen Sprachprozessor samt Zubehör ausgehändigt. Irritiert war ich, da ich angeblich Batterieabo gewählt hätte.
Das CI mit Batterien zu betreiben stand eigentlich nie zur Diskussion, da das Batteriefach nicht Wasserdicht ist.
Gut, das „Problem“ lasse sich beheben, bis Ende der Woche sollte ich Akkus und Ladegerät haben.

IMG_1290Der für mich zuständige Ingenieur war Herr ********.
Kurze Erklärung des CI und dann wurde der Soundprozessor zum ersten Mal angeschaltet. Schön ist was anderes 😉
Es wurde dann eine Zeit lang die verschiedenen Elektroden eingestellt. Gar nicht so einfach, denn ich musste natürlich immer erklären was und wie ich gerade höre. Und erklärt mal, was für komische Geräusche im Kopf vor sich gehen. Ebenso die Nebengeräusche bei  Hören. Da lagert mal ein pfeifen, mal ein tuten, mal ein rauschen über dem Gehörten.
Immerhin konnte ich schon sehr viel von dem verstehen was der Ingenieur sagte. Das war dann doch schon sehr erstaunlich.
Dann packte ich mal alles zusammen und hatte erst einmal Pause bis zur Informationsrunde am Nachmittag.

Im Hotel habe ich dann natürlich die Tasche mit dem ganzen Zubehör ausgepackt und nachgeschaut was denn da so alles drin ist.
Vorher ging es aber in die Mensa der MHH zum Essen. Ebenfalls ein Vorteil gegenüber dem Aufenthalt im Krankenhaus. Ich konnte in der Mensa essen. Dort gab es jeden Tag mehrere Gerichte zur Auswahl. Mit Vor- und Nachspeise und natürlich Getränken. Dort musste ich auch das Launch-Paket für das Abendessen mitnehmen.
Ach so, vor der Mensa, ich sitz da so und lese was auf dem Handy, so ein Klacken. Kein Plan was das sein sollte. Mich umgeschaut und in ca 20 m (!!) Entfernung eine Frau mit Stöckelschuhen auf gepflastertem Weg. Hatte ich ja schon seit Jahren nicht hören können, vor allem nicht auf die Entfernung

Am Nachmittag gab es dann noch die Informationsrunde. Dort bekamen alle Teilnehmer der Erstanpassungswoche die nötigen Informationen für die Woche. Das Hörgerät hatte ich schon nicht mehr im linken Ohr. Nach Möglichkeit sollte ich dieses in der Woche nicht tragen, um mich an das Hören mit dem CI zu gewöhnen. Und ich habe fast alles verstanden was der Therapeut sagte. Wie ich bei den anderen sehen konnte, war das bei den meisten nicht der Fall.
Dann war auch schon Feierabend für den ersten Tag.
Mit vielen neuen (Hör-)Eindrücken ging es zurück ins Hotel.

IMG_1293Mit Robin bin ich dann Abends noch eine Runde spazieren gegangen. Dies behielten wir die ganze Woche bei. Das abendliche Spazieren gehen war wirklich hilfreich. Dort konnten wir uns austauschen über die gewonnenen Erkenntnisse. Und natürlich auch hören üben. Mit Nebengeräuschen (Störgeräusche) wie Straßenverkehr. Außerdem war es ja Dunkel. Das bedeutet, wir konnte nicht gegenseitig beim zuhören von den Lippen ablesen. Dies macht man nämlich unbewusst sehr häufig. Weswegen man natürlich meint, sehr viel zu verstehen, dabei liest man sehr viel einfach ab. Beim nebeneinander her gehen im Dunkeln ist dies aber nicht möglich.

Am Dienstagmorgen musste ich schon um 8 Uhr zur Gleichgewichtsprüfung (Vestibularisprüfung).
Alles in Ordnung wie es schien. Mir wurde schwindelig 😉

Dann wieder Anpassung beim Ingenieur. Dabei erklärt man als erstes wie gut man mit der Einstellung klar kommt und welche Höreindrücke man hat. So wie bei mir z.B. sich Verkehrsgeräusche anhören wie plätscherndes Wasser. Oder Windgeräusche, die sich wie ein Hupen anhören.
Anhand dessen was man berichtet weiß der Ingenieur welche Frequenzen/Elektroden angepasst werden müssen. Je genauer man beschreiben kann was man hört und welche „falschen“ Töne dabei sind, umso besser kann natürlich die Einstellung vorgenommen werden. Und glaubt mir, so manches Mal sitzt du da und denkst „wie erkläre ich jetzt was ich gerade höre“
Wie dem auch sei. es wird eingestellt, gehört, eingestellt, gehört, eingestellt, gehört bis es irgendwie passt, aber ganz anders ist wie vorher. Manchmal fragt man sich ob die Einstellung vom Vortag nicht vielleicht doch besser war.
Nach der Anpassung dann direkt zum ersten Hörtraining mit der Therapeutin. Bei mir war dies Frau ********.
Frau ******* kannte ich ja schon vom Termin vor der OP, als ich zur Voruntersuchung im Hörzentrum war.
als erstes ein Gespräch darüber, wie die OP verlaufen ist, wie man sich fühlt, wie das jetzt so ist mit dem CI usw. Netter Smalltalk halt.
Dann sollte ich das Hörgerät rausnehmen. Mein Hinweis darauf, dass ich das HG schon nicht mehr tragen würde, brachte mir ungläubige Blicke ein 😉
Es folgten dann ein paar der üblichen Hörübungen: Man muss wiederholen was gesagt wurde. Zahlen, Wörter, kurze Sätze.
Erstaunlich gut sei dies bereits nach einem Tag mit dem CI war die Einschätzung von Frau ********.
Dann durfte ich gehen. Feierabend für heute.

Im Hotel wollte ich dann natürlich mal wissen, ob ich Hörbücher verstehen kann. Zu dem Zweck hatte ich mir ein Hörbuch aus das Handy geladen und das Buch als eBook ebenfalls dabei. so hätte ich mitlesen können, um zu vergleichen ob ich richtig verstehe, bzw das zu lesen, was ich vielleicht nicht verstanden habe.
Kabel (genau heißt das Ding „personal audio cable“) ans Handy und an den Soundprozessor angeschlossen, Hörbuch gestartet und …
… “ was das denn? Wieso läuft das Hörbuch so schnell?“ Einstellung im Player kontrolliert (man kann ja die Geschwindigkeit bei Hörbüchern einstellen) und festgestellt, alles normal.
Klar, ich hatte vergessen das sich alle stimmen höher anhören als sie wirklich sind. So ein wenig wie Micky Maus auf Speed. Oder als wenn man eine LP statt auf 33 u/min auf 45 u/min laufen lässt (die Älteren unter euch kennen ja noch Plattenspieler).
Dies also im Hinterkopf und das Hörbuch wieder eingeschaltet. Die störenden Begleitgeräusche so gut es geht verdrängt und fast alles verstanden. Ich brauchte kein Buch zum mitlesen. Funktionierte auch so.
Großes kino. 🙂
Davon ermutigt mal meine Frau angerufen. Mit Kabel am CI.
Ja aber geht gar nicht. Die Stimme war so scheiße ((1. jetzt ist meine Frau sauer. die Erklärung zur Stimme: alles hört sich ziemlich hochtönig an. Daher auch der Hinweis auf Micky Maus auf Speed.)) (sorry), da versteh ich nix. also wieder normal telefoniert. mit dem linken Ohr, ohne HG dafür volle Lautstärke vom Handy.
Besser 😉

Weitere Blogartikel zum CI:
Teil 1 : http://dirkosada.de/2013/10/10/cyborg-part-1-tag-1-und-2-in-hannover/
Teil 2 : http://dirkosada.de/2013/11/14/cyborg-part-2-operation-und-die-tage-danach/
Teil 3 : http://dirkosada.de/2013/12/03/zwischen-op-und-anpassung-cyborg-part-3/

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Zwischen OP und Anpassung: Cyborg Part 3

Eigentlich war die Zeit zwischen OP und der Erstanpassung für mich ziemlich unspektakulär.
Man liest immer wieder von Schwindel, starken Kopfschmerzen, Druckgefühl ect nach der Implantierung des Cochlea Implantat.
Von allem wurde ich verschont. Gut, Kopfschmerzen hatte ich auch, aber die waren bei weitem nicht so schlimm wie so mancher berichtet. Nervig halt, aber auszuhalten.
Der angedrohte Schwindel trat auch nicht auf.

CI Narbe 9 Tage nach der Operation

CI Narbe 9 Tage nach der Operation

Die ersten Nächte hatte ich natürlich ein Problem mit der schlafen auf der rechten (operierten) Seite. Ging ja mal gar nicht. Also einschlafen. Im Schlaf selbst habe ich nichts davon bemerkt wenn ich mich doch mal auf die Seite gedreht habe.
Was am schlimmsten war, dass ich ständig abgeschlagen und müde war. Das ging ca 2 Wochen lang so. Und danach an den Tagen wo ich mal etwas mehr gemacht habe.
Arbeiten gehen war ja nicht, da ich nicht schwer heben durfte. Das war auch sehr frustrierend. Gefühlt hatte ich ja nichts (bis auf die Kopfschmerzen und das ich müde war) und konnte nichts machen. Arbeiten verboten, Sport sowieso, irgendwie zum Nichtstun verdonnert.
Fäden ziehen 10 Tage nach der OP war auch harmlos. Lag wohl auch daran, das sich das rechte Ohr noch immer komisch anfühlte. So richtig Leben war da noch nicht drin.
Die Wunde heilte auch bestens, nichts juckte. Perfekt.
5 Wochen lang, bis zur Erstanpassung hatte ich Pause. Sehr langweilig. Aber Zeit genug zum Bücher lesen.

So ab und an versuchte ich mal zu ertasten wo das Implantat sitzt. Aber da alles leicht geschwollen war, fühlte ich nichts. Hätte ich schon gerne mal gewusst wo dann später die Sendespule sitzt. Wenn man mal Bilder im Net schaut, gibt es ja keine festgelegte Stelle dafür. Kommt auf die anatomische Begebenheiten des Einzelnen an.

Irgendwann waren dann auch die 5 Wochen dann mal herum und es stand die Woche der Erstanpassung an.
Nervös? Nöö, nicht wirklich. Neugierig was mich erwatet und wie gut das hören mit dem Cochlea Implantat und dem Cochear Nucleus 6 sein würde aber schon.
Alles was mehr wie vorher ist, ist besser. Daher konnte es ja nur gut werden.

weitere Artikel mit dem Thema:
Teil 1 : http://dirkosada.de/2013/10/10/cyborg-part-1-tag-1-und-2-in-hannover/
Teil 2 : http://dirkosada.de/2013/11/14/cyborg-part-2-operation-und-die-tage-danach/
Teil 4:  http://dirkosada.de/2014/01/12/die-woche-der-erstanpassung-teil-1-cyborg-part-4/

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Cyborg Part 2: Operation und die Tage danach

11. Oktober, morgens um 6 Uhr:
Ich bin wach. Heute steht die OP an. Die sollte um 11 Uhr am Vormittag stattfinden. Daher war es unpraktisch so früh wach zu sein. Essen und trinken darf man ja nichts mehr bis zur OP. Also die Zeit mit Internet und Lesen vertrödelt.
So gegen 10:30 Uhr brachte mir die Schwester dann die übliche Tablette und ich sollte mich fertig machen. also dieses komische Hemdchen anziehen, mit dem man auch gleich unter die Erde verfrachtet werden kann, falls was schief läuft 😉
Dann wurde ich abgeholt. Zwei Etagen tiefer in den OP Bereich geschoben und dort musste ich warten. Es wurden Patienten aus anderen OP-Räumen geschoben, andere Patienten reingeschoben und ich lag da so teilnahmslos herum und beobachtete etwas desinteressiert die Geschehnisse.
Dann durfte ich rein in die OP. Ich fand den Raum irgendwie klein, so gar nicht wie man die Operationssäle sonst so kennt.
Die Anästhesistin, welche mir am Tag zuvor schon die Prozedur erkläre kam rein. Etwas Smalltalk, wie es mir geht und so weiter. Wir hätten gern noch ein wenig plaudern können aber irgendwann hatte sie wohl genug und ich bekam die Maske auf. Vielleicht sollte ich auch einfach nur die Klappe halten 😉
Ich blickte ihr noch einmal in die Augen und wollte ihr damit mitteilen das sie jetzt mal keinen Blödsinn machen sollte. wird sie wohl kaum interessieren.

Wieder wach.
Wie Spät? keine Ahnung. Irgendwann am frühen Abend.
Etwas desorientiert war ich. Schmerzen? nöö.
Aber ich war wieder auf der Station auf dem Zimmer.  Komisch, die anderen wurden schon immer wach nach oben gebracht. Ich hab mir wohl eine etwas längere Auszeit genommen.
Wie dem auch sei. Ich hatte einen Verband am Kopf, also schien schien OP wenigsten gelaufen zu sein. Ich kann mich zwar nicht dran erinnern, aber ich muss wohl ein Bild gemacht haben und die an meine Frau geschickt haben. Wenigsten hatte ich den richtigen Empfänger angegeben 😉
Danach wieder lange schlafen.

Am nächsten Morgen kam dann der Arzt und klärte mich über den Verlauf der OP auf. Alles bestens verlaufen und er war sehr angetan von meiner Otosklerose (wikipedia). Wäre ein Lehrbuchbeispiel dieser Krankheit und war für ihn sehr interessant mich zu operieren. Sowas sieht man nicht alle Tage meinte er.
Schön, ich freute mich das ich dem Arzt diese Freude machen konnte. Vielleicht habe ich auch deswegen etwas länger in Narkose verbracht, so konnte er sich mein Innenohr ganz in Ruhe anschauen. Gibt es auch Fotos? 😉

Die folgenden Tage waren langweilig. Ich fühlte mich immer irgendwie schlapp, hab öfters mal geschlafen, ging auch diverse Male mal nach draußen um frische Luft zu schnappen. Schmerzen hatte ich soweit keine, außer erträglichen dumpfen Kopfschmerz.
Sonntags waren Luca, Kirsten und Jannina da und brachten Abwechslung. Wir gingen eine Runde spazieren und Luca war ganz aufgeregt. So lange Zug fahren und dann noch „Nover“ (Hannover bekommt er nicht hin auszusprechen)

Da soweit alles gut verlaufen war, ich keinen Schwindel hatte, stand dann relativ zeitig auch die Entlassung an. Ich sollte vorher noch zum Probeton hören ins Deutsche Hörzentrum.
einen Ton hören auf dem rechten Ohr? War schon lange her das ich dort etwas bewusst gehört habe. Klang aufregend.
Naja, wirklich aufregend war es dann doch nicht. Man bekommt einen Ton ins Ohr und das war es. Total unspektakulär.

Dann dufte ich nach Hause und es standen 5 Stunden Zugfahrt an.

Teil 1 über das Projekt CI kann man hier lesen: http://dirkosada.de/2013/10/10/cyborg-part-1-tag-1-und-2-in-hannover/
Teil 3: http://dirkosada.de/2013/12/03/zwischen-op-und-anpassung-cyborg-part-3/
Teil 4:  
http://dirkosada.de/2014/01/12/die-woche-der-erstanpassung-teil-1-cyborg-part-4/

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Buch: Taube Nuss – Alexander Görsdorf

Anfang September, direkt nachdem das Buch erschienen ist, habe ich mir „Taube Nuss“ zugelegt.
Grund war auch, dass der Autor Alexander Görsdorf ein CI trägt. Bei sollte ja auch die Implatierung eines Cochlea Implantat (CI) anstehen.
Hier die Buchbeschreibung:

Alexander Görsdorf ist schwerhörig, und Schwerhörigkeit sieht man nicht. Deshalb erlebt er im Alltag eine Menge Skurriles. Die von ihm am häufigsten gestellte Frage: «Wie bitte?» Trotzdem stand er schon oft mit einem undefinierbaren Heißgetränk in der Kaffeebar, weil er die Rückfragen des Kellners nicht verstanden hatte. Immerhin: Frauen stehen auf ihn, weil er ihnen auf die Lippen schaut wie kein anderer. Seine Schwerhörigkeit führt Alexander Görsdorf immer wieder in schräge Situationen, aber auch in fremde Länder und schließlich unters Messer der Hightech-Medizin.

Ich kann jedem nur empfehlen dieses Buch mal zu lesen. Es bietet viele Einblicke in die Welt derer, die schlecht hören können. Es ist humorvoll geschrieben und sehr kurzweilig zu lesen.
Man findet keine dieser langweiligen Erklärungen über Schwerhörigkeit und dem warum und wieso dazu.
Es sind einfach Episoden aus dem Leben die beschrieben werden.
Diejenigen die schwerhörig sind, werden sich in dem beschrieben wieder finden.
„Normal“ Hörende werden oft erstaunt sein, und vieles danach besser verstehen können was im Umgang mit Schwerhörigen hilfreich sein wird.

Sehr interessant ist auch sein Blog. Dort findet man auch Videos seiner Lesungen zum Buch.
Hier ein Beispiel (Klick)

Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung

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Buch: Gnadenlos – Petra Richartz

Um es vorwegzunehmen: hervorragendes Buch!!

gnadenlos_Cover

Ausschnitt des Cover

Buchbeschreibung:

Die Polizistin Sara Cooper hat sich nach der Entführung ihres Sohnes für ein Jahr beurlauben lassen und arbeitet nun im Innendienst. Sie genießt die Zeit mit ihrer Familie im sonnigen Kalifornien. Doch dann verschwindet die Tochter ihrer Schwester Jane. Die 18-jährige Mia macht einen dreimonatigen Urlaub mit ihrer besten Freundin in Thailand und ist plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Sara reist nach Bangkok, um dort mit Hilfe des Privatdetektivs Tom Jackson nach ihrer Nichte zu suchen. Schnell begegnen ihr immer mehr Ungereimtheiten und es scheint, als habe sie es mit einem übermächtigen Gegner zu tun. Ein gnadenloses Spiel beginnt…

Werbung

Ein wirklich unglaublich gutes Buch. Den ersten Teil der Sara Cooper Reihe habe ich noch nicht gelesen. Trotzdem kann man auch ohne dieses Vorwissen ohne Probleme das Buch lesen, da es eine komplett neue Story ist. Am Rande wird jedoch das erste Buch erwähnt.
Gestern abend habe ich mit dem Buch angefangen, heute morgen hatte ich es komplett gelesen. Geschlafen hatte ich zwischendurch aber auch noch. Aber die 216 Seiten lesen sich schnell und durchgehend spannend.
Die Story ist undurchsichtig bis kurz vor Schluss.
Zwischendurch hatte ich mal versucht zu raten wer hinter dem Komplott steckt, lag aber falsch.
Ich will auch nicht zu viel verraten. Holt euch das Buch einfach, lohnt sich wirklich.
9 von 10 Sternen von mir
Amazonlike 5 von 5 Sternen

Webseite der Autorin: http://petrarichartz.de/

Hier noch der Trailer zum Buch:
[youtube http://www.youtube.com/watch?v=TsD1pSmK5DU ]

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NRZ Digital-Plus-Paket: Ich habe da mal eine Frage

Liebe NRZ,  WAZ oder was auch immer der Funke Medien GmbH,

Ich würde da gerne was verstehen, vielleicht können Sie mir helfen:

Heute morgen hatte ich Ihre Werbung im Briefkasten.
Darin wird beworben, dass man doch ein NRZ Digital-Plus-Paket zum Vorzugspreis erwerben solle.
Online findet man das Angebot hier
So weit so gut. iPad Mini gibt es auch noch für einmalig 100,- € zusätzlich dabei.
Das Paket soll dann 28,40 € pro Monat kosten. Dafür bekommt man dann die App „NRZ Plus“ im Abo.
Im Preis inbegriffen wären 14,99 € für das E-Paper.

Weil ich interessiert bin, schaute ich mir die App mal an.
Bei den in-App-Käüfen wird angegeben, das ein Monatsabo wohl 19,99 € kostet.
Jahresabo wohl 179,99 €
Ohne iPad mini versteht sich.
Habe die App mal geladen, 14 Tage Probe kann man es testen. auch da ist wohl das e-Paper der Lokalausgabe enthalten.

Laut der Werbung im Briefkasten, kostet mich der Spaß dann also im Abo 781,60 € inklusive den iPad mini für 2 Jahre (Mindestlaufzeit)
Die App kostet nichts und 2 Jahre Abo per In-App-Kauf kosten mich dort 359,98 € (natürlich ohne iPad Mini)
Rechne ich den Preis des iPad mini hinzu (289,- €) kostet alles zusammen 648,98 € die nächsten 2 Jahre.
Man zahlt also bei diesem „Angebot“ aus dem Briefkasten 132,62 € mehr gegenüber dem Einzelkauf?
Selbst wenn man nicht das Jahresabo per In-App-Kauf tätigt sondern monatlich den vollen Preis von 19,99 € bezahlt ist das am Ende von 2 Jahren 13,- € billiger als der Angebot.
Verstehe ich da jetzt was falsch?

Noch besser wird es, wenn ich auf Ihrer Webseite nachschaue.
Dort wird für bestehende Abonnenten dieses Angebot beworben.
Ich kann also als Abonnent zusätzlich für 14,99 €/monatlich die App inkusive E-Paper bekommen? Dazu dann wieder für 100,- € das iPad mini.
Aber das E-Paper der abonnierten Print-Ausgabe kann man doch eh kostenlos freischalten lassen (klick)
Wozu soll man dann als bestehender Abonnent der Zeitung nochmal ein Abo für 14,99 € monatlich bestellen?

Lassen wir jetzt mal diese NRZ-Plus-App mal weg.
Nehmen wir an mir geht es nur um das E-Paper weil ich die Zeitung lesen möchte. Dann bezahlt man im Jahres-Vorzugsabo im App-Store 34,99€
Kostet dann in 2 Jahren 358,98 € inkl. iPad mini(!!)

Ich fasse zusammen:
2 Jahre Vorteilsangebot NRZ-Plus im Abo inkl. iPad mini 781,60 €
2 Jahre NRZ-Plus ohne iPad mini 359,98 €
2 Jahre NRZ-Plus (iPad mini selbst gekauft) 648,98 €

2 Jahre NRZ als E-Paper (in-App-Kauf Jahresvorzugsabo) 69,98 €
Gleiches Angebot zuzüglich selbst gekauftes iPad mini 358,98 €

Mag ja sein das ich irgendwo was falsch verstehe, aber so wirklich verstehe ich diese Preispolitik und „Angebote“ wirklich nicht.
Vielleicht klärt einer meinen Denkfehler auf oder erklärt die Angebote?

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Buch: Die Katzenlady – Melisa Schwermer

Kurzbeschreibung des Buch:

Jahrelanger Psychoterror bestimmt Sabrinas Leben. Seit dem Tod ihres Vaters lebt sie alleine mit ihrer alkoholkranken Mutter in einem vermüllten Messiehaus am Rande von Darmstadt. Als sie die Unterdrückung durch ihre Mutter nicht mehr ertragen kann, befreit sie sich und beginnt gemeinsam mit ihren Katzen ein neues Leben. Um ihre neu gewonnene Freiheit zu verteidigen, ist ihr jedes Mittel recht. Wirklich jedes!

Auf den ersten Blick sehr interessant, daher habe ich es mir auch gekauft.
Die Story fängt gut an und geht gut weiter. Geschrieben ist es immer aus Sicht des jeweiligen Charakter. So auch aus Sicht der psychopathischen Sabrina. Dadurch werden, gerade bei Sabrina, interessante Einblicke in die jeweilige Situation gegeben.
Bei den Nebendarstellern ist es bisweilen so, dass zu weit ausgeholt wird in der Ausführung deren Leben.
Zur Überraschung kommt es so ca zur Mitte des Buchs (nein ich verrate es nicht).
Das letzte Drittel der Story ist etwas holperig und schnell. Man hat fast das Gefühl als wenn jetzt schnell zum Ende gekommen werden sollte. Gerade auch weil teilweise die vorherigen Passagen sehr weit ausholten und ausführlich beschrieben waren.
Plötzlich ist man Mitten im Showdown und das Ende überrascht dann nochmal.
Überraschung nicht wegen dem was passiert, sondern weil es unlogisch ist. Also es passt nicht wirklich.
Der Epilog ist dann wieder ganz nett. Er wäre aber ohne das unlogische Ende gar nicht möglich gewesen und es scheint, als wenn noch etwas untergebracht werden sollte, zu dem es vorher keine Antwort gab.

Alles in allem unterhaltsam, teilweise gruselig und wer Katzen liebt, sollte es nicht unbedingt lesen.
Ich würde 7 von 10 Punkten geben.
Oder Amazonlike 4 von 5 Sternen

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