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Rückblicke: Aktionstag Rotbachtal 25.02.2006

Am 25. Februar 2006 trafen sich 19 Biker/innen im Rotbachtal um am Aktionstag zur Erhaltung des Rotbachtrail teilzunehmen.

Hiermit möchten wir uns, seitens der IG Rhein/Ruhr, für den überwältigenden Zuspruch bei allen Teilnehmern bedanken!
Der Oberhausener Stadtanzeiger titelte danach mit dem Aufmacher auf Seite 1:
“Biker und Naturfreunde ziehen an einem Strang
Einmalige Schutzaktion im Hiesfelder Wald”

Um 14 Uhr traf man sich auf einem Parkplatz in der Nähe des Rotbachtrail.
Etwas ungläubige Blicke kamen vom Förster, Herr Herbrecht, als er die Masse der Teilnehmer sah. Damit hätte er und auch der Vetreter der Stadt Oberhausen, der auch vor Ort war, nicht gerechnet.
Umso erfreuter war man dann.

Bepackt mit allem Möglichen an Werkzeug ging es dann zu zwei Stellen in besagten Gebiet.

Mit dabei war auch ein Bollerwagen, bepackt mit belegten Brötchen, Kuchen und diversen Getränken. Unsere Mädels haben alles getan um auch für das leibliche Wohl der Teilnehmer zu sorgen.

An den 2 Stellen im Rotbachtal wurde dann kräftig gearbeitet.
Im abgesperrten Teil bauten die erste Gruppe die noch fehlende Absperrung auf. Dabei bemerkte man, das ein Teil der erst kürzlich aufgebauten Absperrung schon wieder zerstört wurde. Auch dieses Stück wurde instand gesetzt.

Die zweite Gruppe nahm sich den Zaun entlang des Rotbach vom abgesperrten Teil in Richtung Huesken/Schroer vor. Hier wurden marode und zerstörte Absperrungen wieder instand gesetzt.
Ca 800 m Zaun wurde so wieder hergerichtet.

Es wurde sogar soviel aufgebaut, dass das vorbereitete Material nicht reichte und man etwas improvisieren mußte. Dazu wurde dann alles was verwertbar war zum Aufbau verwendet.

Was besonders auffiel war die super Stimmung in der Gruppe. Alle waren begeistert bei der Sache, es wurde viel gelacht und durch die Aktion haben die Teilnehmer auch noch besser einander kennengelernt.
Auch Herr Herbrecht war begeistert von den Bikern.

Etwas zu wünschen übrig lies die Teilnahme der ebenfalls eingeladenen Naturschutzverbände. Der NABU Oberhausen war mit einer Person vetreten.
Auch die Presse, hier vor allem die NRZ Oberhausen, zeigte nicht das nötige Interesse wodurch dann ein nicht optimaler Zeitungsbericht entstand.

Wir als Biker können dennoch das positive Ergebnis dieser Aktion betrachten:
19 Biker/innen die an der Aktion teilgenommen haben.
Dabei auch unterstützung von Bikern der lokalen Radsportclubs ( Radler Bottrop) und sogar Teilnehmer aus ganz NRW (einer reiste extra aus Dortmund an)
Die Mountainbiker haben einen sehr guten Eindruck beim Förster und der Stadt Oberhausen hinterlassen.
Wir konnten das Bild der Mountainbiker als naturschädigende Nutzer umkehren und uns als gleichberechtigte Nutzergruppe etablieren welche auch interesse an der Natur zeigt in der wir uns bewegen.

Natürlich werden wir weiter daran arbeiten und die Aktion war nicht die Letzte in diese Richtung.

Die Presseberichte:

Stadtanzeiger Oberhausen:
— Artikel Anfang–
Biker und Naturfreunde ziehen an einem Strang
Einmalige Schutzaktion im Hiesfelder Wald

Schmachtendorf.
Wer glaubt, dass es in einem Naturschutzgebiet immer ruhig und friedlich zugeht, wurde im Hiesfelder Wald bislang eines Besseren belehrt.

Konfrontationen zwischen Mountain-Bikern (sprich Radfahrern), Spaziergängern und Naturfreunden sind hier keine Seltenheit. Fussgänger, die die Absperrungen von Wildruhezonen missachten, Mountain-Biker, die Holzbarrieren zersägen und sogar Brutfläche gestört wird: Das alles hat Michael Herbrecht vom zuständigen Forstamt Wesel auf den Plan gerufen.

Nach nächtlichen Aktionen mit Sägen und Nägeln, die für Biker ausgelegt wurden, stand für ihn fest: “So kommen wir nicht weiter”.

Das vielfach genutzte Erholungsgebiet im Oberhausener Nordosten steht bereits seit 1957 offiziell unter Naturschutz und wurde 2003 von der Europäischen Union zu einem besonderen Schutzgebiet erklärt.

“Wir als Eigentümerund Forstbehörde sitzen nicht nur zwischen den Stühlen, sondern sollen jetzt auch noch restriktiver vorgehen”, erklärt Michael Herbrecht.

Die Lösung des Problems heißt: Künftig sollen alle an einem Strang ziehen. Auch die Deutsche Initiative Mountain Bike Rhein/Ruhr hat inzwischen das Gespräch mit der Forstverwaltung gesucht. Damit ist die erste gemeinsame Schutzaktion von Bikern, Naturschutzbund, Forstamt und Landschaftsbehörde nun beschlossene Sache.

Bei einem gemeinsamen Termin wurden zerstörte Absperrungen ausgebessert und Radfahrer und Spaziergänger über den Sinn der Brutgebiete informiert.

Die Hilfe der Sportler honoriert die Forstverwaltung mit dem Angebot einer alternativen Mountai-Bike-Route.

Auch Eisvögel und Schwarzspechte haben künftig ihre Ruhe: Die Waldbesucher werden nun um den entsprechenden Bereich herumgelenkt.

“Hoffentlich müssen wir jetzt keine Knöllchen mehr verteilen”, meint Michael Herbrecht.

— Artikel Ende–

NRZ Oberhausen:
–Artikel Anfang–
“Trampelpfade sind auch für Reifen tabu

UMWELT / Naherholung in der Natur: Mountain-Biker helfen beim Schutz von Vögel-Brutplätzen im Wald.

Eigentlich sollte man von Wanderern und Radfahrern, die im Wald unterwegs sind, erwarten, dass sie die Natur respektieren. Aber manchmal hilft einfach nur Stacheldraht. Normalerweise sei der ein Unding im Wald, meint Michael Herbrecht vom Forstamt Wesel und blickt dabei in einen Bestand von Altbuchen unweit der Grafenmühle, der gerade eingezäunt wurde.

In der Nähe des Rotbachs treffen die Interessen von Natur und Erholungssuchenden ohnehin schon heftig aufeinander. Seitdem aber auch noch die Mountain-Biker durch die “Prärie” am Rande der Stadt preschen, ist für Herbrecht endgültig “Schluss mit lustig”. Auch Naturschutzorganisationen schlagen seit längerem Alarm: Trampelpfade wuchsen in den 90-er Jahren auf bis zu 70 Meter Breite an. Als dann noch zwei schwere Unfälle hinzukamen, bei denen Mountain-Biker Spaziergänger erheblich verletzten und Unfallflucht begingen, war klar, dass die immer schon illegale Nutzung der Pfade unterbunden werden musste.

Das schreiben schon seit 2003 die Auflagen vor, denn damals wurde das bereits 1957 zum Naturschutzgebiet erklärte Areal ein ” Flora-Fauna-Habitat” (FFH)-Schutzgebiet, ein besonders wertvolles Biotop, für das ein Maßnahmenkonzept die Sperrung der Trampelpfade vorsah. Eine Änderung des Landesforstgesetzes legte zudem fest, dass Radfahren nur noch auf befestigten Wegen zulässig ist. Das Gesetz sieht bei Verstößen hohe Bußgelder bis zu 25 000 Euro vor.

Bußgelder bis zu 25 000 Euro

Das Konzept, die besonders kritischen Stellen entlang des Rotbachs, an denen Eisvogel und Schwarzspecht brüten, zu schützen, ging jedoch zunächst nicht auf. Erst waren “unwissende Radfahrer” das Problem, die die Folgen ihrer Fahrten nicht kannten oder diese gar beabsichtigten, meint Michael Herbrecht. Also wurden vor der Brutzeit 2004 die Pfade gesperrt, Schilder und Leitplanken angebracht. Doch diese wurden mutwillig zerstört.

Inzwischen setzt Herbrecht auf die Zusammenarbeit mit den Mountain-Bikern. In der vergangenen Woche erneuerte man gemeinsam die Absperrungen und informierte vorüberfahrende Radler. Neben dem Forstamt, der Landschaftsbehörde und dem Naturschutzbund beteiligten sich an der Aktion auch Mitglieder der “Deutschen Initiative Mountain Bike Rhein/Ruhr” (DIMB). Letztere hatten das Gespräch mit Herbrecht gesucht und machten sich dafür stark, den Nutzern des Naherholungsgebietes den Sinn der Brutgebiete zu erklären. Herbrecht legt viel Wert auf die Mitarbeit der Sportler.

Um den Wald nicht nur mit Paragraphen zu schützen, wurde vom Regionalverband für Biker auf der Halde Haniel eine Alternativstrecke vorgesehen. Zudem organisieren der Bund deutscher Radfahrer und ein Bottroper Verein seit 2005 eine jährliche Crossfahrt – auf legalen Wegen.

Herbrecht hofft, dass die erneuerten Absperrungen nun nicht wieder zerstört und die Arbeit der “großen Koalition” aus Radfahrern und Naturschützern damit zunichte gemacht werden.

28.02.2006 MICHAEL NICOLAS ”
–Ende des Artikels–

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